Bericht vom Trainingslager aus Sicht eines Sportlers:

Mit dem Abgang seiner besten Fahrer ist das Team Rothaus dieses Jahr vermutlich gezwungen allgemein etwas kleinere Brötchen zu backen. Dies war aber kein Grund für Teamchef Holger Petermann das Trainingslagerbudget zu verknappen, im Gegenteil, die neunköpfige Gruppe durfte sich dieses Jahr auf elf Tage Mallorca freuen und nicht wie sonst auf das spanische Festlandörtchen Cambrils. Selbst die Anreise zum Flughafen war ein Erlebnis wert, den welches Team wird schon zu neunt mit einem 20 Meter-Reisebus zum Flughafen gebracht. Kaum auf Malle angekommen, holte uns auch prompt wieder ein Reisebus ab, welchen wir selbstverständlich wieder für uns allein hatten. Wer hätte es anders erwartet. Nachdem wir dann unsere Hotelzimmer bezogen, die Räder zusammen gebaut und uns für die erste Trainingseinheit gerichtet hatten, fuhren wir punkt 13 Uhr los, Richtung Arenal. In Arenal angekommen leistete sich die sich so langsam an das Luxusleben gewöhnende Rothaus Equipe erstmal eine Pizzapause. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nachdem man dann abends gegen 18 Uhr nach harten 100km ins Hotel kam, sich erstaunlicherweise selbst duschen und anziehen musste, man ist ja mittlerweile anderes gewöhnt, ging es dann zum Abendessen, was selbstverständlich ein Buffet bestehend aus ca. 30 verschiedenen warmen Speisen war, wofür sich so mancher allerdings nicht so interessierte, da das Dessertangebot ähnlich reichhaltig war.

Sieht man allerdings von unserem Luxusurlaub ab, bestand unser Trainingslager auch aus hart „geschruppten“ 1200 Kilometern, etlichen K3 und K5 Einheiten sowie GA2 und EB Kilometern. Zur Freude mancher Betreuer kamen auch 50 € an Strafengeldern in die Teamkasse, was ja später mal von Nutzen sein könnte. Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Betreuer Mike Müller, welcher, wenn man sich einmal nicht mehr zurechtfand, die Streckenmacher mit einer fast erschreckenden Ortskenntnis wieder auf den richtigen Weg leitete, Manuel Zimmerer, bei welchem sich beim Gedanken an das Massieren von nackten Sportlerbeinen auch nach 200km noch ungeahnte Kräfte freisetzten und ihn nach Hause trieben, sowie Sigmund Gut, von welchem man ungeahnte gute Laune und Rhythmusgefühl zusehen bekam, sobald wieder die Kassen des Partykontos klingelten.

Nachdem man dann nach elf Tagen mehr oder weniger verlustreich wieder bereit zum Abflug im Flieger nach Zürich saß, fehlten nur zwei Teammitglieder. Die Maschine konnte also vorerst nicht starten, da die Herren Koch und Zimmerer noch etwas Zeit brauchten. Man ist eben vielbeschäftigt! Selbstverständlich musste sich die Fluggesellschaft dann nach dem Team Rothaus richten und die Maschine konnte natürlich nicht starten ehe die beiden Herrschaften angekommen waren.

Alles in allem kann man das Trainingslager als gelungenen Saisonauftakt und erlebnisreiche Zeit auf Deutschlands 17. Bundesland bezeichnen. Die Neuen wurden perfekt an die Teamstrukturen und das Luxusleben im Team gewöhnt und man ist bereit für die ersten Rennen.

 

 


Verfasst von Teamfahrer Julian Kern